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Palladium

Häufigstes Metall der Platinmetallgruppe

Das Palladium ist noch vor dem Platin das am häufigsten geförderte Element der Platinmetallgruppe. Von ihm werden im Jahr rund 230 Tonnen neu ausgebracht. Mit einem Anteil von 43% ist Russland noch immer das größte Produzentenland, wenn auch mit abnehmender Tendenz. Seit Jahren legt dagegen die Produktion in Südafrika zu, das heute für knapp 40% der Gesamtmenge verantwortlich zeichnet. Da die neuen Platinminen im Osten des Landes im Vergleich zu den jetzt aktiv ausgebeuteten einen höheren Gehalt an Palladium enthalten, dürfte sich der Anteil Südafrikas an der Gesamtproduktion in Zukunft noch erhöhen.
Auch in Russland ist das Metall nur ein Beiprodukt, hier allerdings in erster Linie bei der Gewinnung von Nickel. Eine nennenswerte Primärproduktion gibt es lediglich in den USA. Hier sind mit Stillwater Mining und North American Palladium zwei Primärproduzenten beheimatet, ihr Anteil an der weltweiten Neuproduktion beträgt aber lediglich 14%.
Einmalige Situation aufgrund zeitweise hoher staatlicher Reserven
Weitere 45 Tonnen des Angebots stammten aus dem Abbau offizieller russischer Vorräte und noch einmal 30 Tonnen werden dem Markt aus Recycling zugeführt. Die letztgenannte Quelle dürfte in den nächsten Jahren an Bedeutung noch deutlich gewinnen, da sich der Palladiumeinsatz in der Automobilindustrie in den Jahren 1993 – 1999 fast verzehnfachte und diese Fahrzeuge nun immer schneller der Schrottpresse zugeführt werden.
Angebot wird eher nicht zunehmen, die Nachfrage dagegen schon
Insgesamt stehen dem Markt damit im Jahr rund 300 Tonnen Metall zur Verfügung. Diese Menge dürfte in den nächsten Jahren kaum signifikant steigen, da die steigenden Recyclingmengen zumindest teilweise von einer global gesehen, eher abnehmenden Neuproduktion, neutralisiert werden dürften. Außerdem ist nicht auszuschließen, dass sich der Abbau, der, was ihre Höhe betrifft, geheim gehaltenen russischen Vorräte nicht in dem bisherigen Umfang fortgesetzt werden kann. Bereits in den Jahren 2006 – 2008 war es nämlich schon in erheblichem Umfang zu einem Abbau der Lagermengen gekommen.
Automobilindustrie größter Nachfrager
Auf der Nachfrageseite ist die Automobilindustrie mit Abstand der größte Verbraucher an Palladium. Im Jahr 2007 stellte sie mit einem Bedarf von 136 Tonnen und einem Anteil von rund 60%, den, mit deutlichem Abstand, größten Absatzmarkt für das weiße Metall. An zweiter Stelle steht die Elektronikindustrie mit fast 20%. Es folgen der Schmuck- und der Dentalbereich mit jeweils knapp 10%.
Die Bedeutung der Automobilindustrie, aber auch anderer Nutzer von Verbrennungsmotoren, wie z.B. Motorräder oder Gartenkleingeräte, dürfte in den nächsten Jahren noch steigen. Immer mehr Länder werden bis zum Ende des Jahrzehnts ihre Abgasvorschriften deutlich verschärfen. Hinzu kommt der ohnehin steigende Fahrzeugabsatz in den Boom-Regionen Asiens und in Russland. In diesen Ländern werden traditionell keine Diesel-Motoren in PKWs verwendet und deshalb dürfte in den Katalysatoren dieser Fahrzeuge vor allem Palladium eingesetzt werden.
Ansatz in der Elektronikindustrie wächst wieder
Mit Abstand zweitgrößter Absatzmarkt für Palladium ist die Elektronikindustrie. Hier hat sich der Absatz nach einem katastrophalen Einbruch im Jahr 2002 wieder auf fast 40 Tonnen verdoppelt. Damit werden aber noch immer bei weitem nicht die Absatzmengen der Jahre 1999 – 2001 erreicht. Damals hatten die Verkäufe noch doppelt so hoch gelegen, bevor durch einen vorübergehenden Exportstopp für russisches Palladium der Preis auf $1.100 getrieben wurden, was die Elektronikindustrie in großem Stil nach Substitutionsmöglichkeiten forschen ließ.
Fragezeichen beim Palladiumschmuck
Nach Anfangserfolgen in den Jahren 2004 – 2006 hat sich der Absatz von Palladiumschmuck im vergangenen Jahr wieder erkennbar beruhigt. Ursache dafür dürfte sein, dass es der Industrie nicht gelungen war, das Metall im wichtigsten Markt China (Marktanteil rund 2/3) mit einer klaren (Werbe-)Identität zu positionieren. Aus diesem Grund wurden im Jahr 2007 weltweit nur noch 25 Tonnen des Metalls in Schmuckform abgesetzt, fast 50% weniger als im Spitzenjahr 2005. Für die Zukunft ist hier allerdings eine Strategieänderung denkbar, so dass die verkaufte Menge in den nächsten Jahren wieder deutlich über 30 Tonnen ansteigen dürfte.
Das Palladium stand im vergangenen Jahr nach Silber an zweiter Stelle, was die Höhe des prozentualen Preisanstiegs angeht. Insgesamt legte es von Anfang Januar bis Ende Dezember 30 Prozent an Wert zu. Dabei folgte es im Wesentlichen dem allgemeinen Trend auf den Edelmetallmärkten, von einem Eigenleben war dagegen eher weniger zu spüren. Im Mai 2006, als die anderen Edelmetalle ihre langjährigen Höchstkurse erreichten, stieg das Palladium auf $ 406 je Unze an. Dies war zumindest das höchste Niveau seit Januar 2002. Vom Allzeithoch des Jahres 2001 bei rund $ 1.100 je Unze blieb es damit aber Lichtjahre entfernt. Wie bei den Schwestermetallen auch, fiel der Wert des Palladiums später wieder. Der nachfolgende Tiefstkurs, der gegen Mitte des Jahres mit $ 250 je Unze erreicht worden war, war aber, wie sich später herausstellte, eine gute Kaufgelegenheit. Vor dem Hintergrund einer einsetzenden industriellen Nachfrage, wie auch von spekulativen Käufen, stieg das Metall danach rasch wieder in ein Preisband zwischen $ 330 je Unze und $ 375 je Unze an.