Häufigstes Metall der Platinmetallgruppe
Das Palladium ist noch vor dem Platin das am häufigsten geförderte Element der Platinmetallgruppe. Von ihm werden im Jahr rund 200 Tonnen neu ausgebracht. Mit einem Anteil von 43% ist Russland noch immer das größte Produzentenland, wenn auch mit abnehmender Tendenz. Die Produktion in Südafrika liegt bei knapp 40% der Gesamtmenge der Neuproduktion. Da die neuen Platinminen im Osten des Landes im Vergleich zu den jetzt aktiv ausgebeuteten einen höheren Gehalt an Palladium enthalten, dürfte sich der Anteil Südafrikas an der Gesamtproduktion in den nächsten Jahren zumindest stabil halten.
Auch in Russland ist das Metall nur ein Beiprodukt, hier allerdings in erster Linie bei der Gewinnung von Nickel. Eine nennenswerte Primärproduktion gibt es lediglich in den USA. Hier sind mit Stillwater Mining und North American Palladium zwei Primärproduzenten beheimatet, ihr Anteil an der weltweiten Neuproduktion beträgt aber lediglich 11%.
Angebot wird eher nicht zunehmen, die Nachfrage dagegen schon
Insgesamt stehen dem Markt damit im Jahr rund 300 Tonnen Metall zur Verfügung. Diese Menge dürfte in den nächsten Jahren kaum signifikant steigen, da die steigenden Recyclingmengen zumindest teilweise von einer global gesehen, eher abnehmenden Neuproduktion, neutralisiert werden dürften. In letzten Jahrzehnt stammten nicht unwesentliche Mengen aus dem Abbau offizieller russischer Vorräte. Dazu kamen 2009 noch 34 Tonnen auf den Markt aus dem Recycling. Die letztgenannte Quelle dürfte in den nächsten Jahren an Bedeutung noch deutlich gewinnen, da sich der Palladiumeinsatz in der Automobilindustrie in den Jahren 1993 – 1999 fast verzehnfachte und diese Fahrzeuge nun immer schneller der Schrottpresse zugeführt werden. Es ist nicht auszuschließen, das die offiziellen russischen Vorräte schon 2010 zu neige gehen werden und damit keinen weiteren Beitrag zur Verbesserung der Angebotsseite leisten können.
Automobilindustrie größter Nachfrager
Auf der Nachfrageseite ist die Automobilindustrie mit Abstand der größte Verbraucher an Palladium. Im Jahr 2009 stellte sie mit einem Bedarf von 122 Tonnen und einem Anteil von rund 52%, den, mit deutlichem Abstand, größten Absatzmarkt für das weiße Metall. An zweiter Stelle steht die Elektronikindustrie mit fast 17%. Es folgen der Schmuckbereich mit 15% und der Dentalbereich mit knapp 9%.
Die Bedeutung der Automobilindustrie, aber auch anderer Nutzer von Verbrennungsmotoren, wie z.B. Motorräder oder Gartenkleingeräte, dürfte in den nächsten Jahren noch steigen. Immer mehr Länder werden bis zum Ende des Jahrzehnts ihre Abgasvorschriften deutlich verschärfen. Hinzu kommt der ohnehin steigende Fahrzeugabsatz in den Boom-Regionen Asiens und in Russland. In diesen Ländern werden traditionell keine Diesel-Motoren in PKWs verwendet und deshalb dürfte in den Katalysatoren dieser Fahrzeuge vor allem Palladium eingesetzt werden.
Ansatz in der Elektronikindustrie wächst wieder
Mit Abstand zweitgrößter Absatzmarkt für Palladium ist die Elektronikindustrie. Hier hat sich der Absatz nach einem katastrophalen Einbruch im Jahr 2002 wieder auf fast 40 Tonnen verdoppelt. Damit werden aber noch immer bei weitem nicht die Absatzmengen der Jahre 1999 – 2001 erreicht. Damals hatten die Verkäufe noch doppelt so hoch gelegen, bevor durch einen vorübergehenden Exportstopp für russisches Palladium der Preis auf $1.100 getrieben wurden, was die Elektronikindustrie in großem Stil nach Substitutionsmöglichkeiten forschen ließ.
Fragezeichen beim Palladiumschmuck
Nach Anfangserfolgen in den Jahren 2004 – 2008 hat sich der Absatz von Palladiumschmuck im vergangenen Jahr wieder leicht beruhigt. Ursache dafür dürfte sein, dass es der Industrie nicht gelungen war, das Metall im wichtigsten Markt China (Marktanteil rund 2/3) mit einer klaren (Werbe-)Identität zu positionieren. Für die Zukunft ist hier allerdings eine Strategieänderung denkbar, erste Anzeichen lassen dies erkennen.